Führerscheinentzug

Antrag auf Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis:
Wenn eine Fahrerlaubnis entzogen (Führerscheinentzug ist nicht zu verwechseln mit einem Fahrverbot!) wurde, so kann man vor Ablauf der Sperrfrist bei der zuständigen Führerscheinstelle ein Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen, wobei jedoch sie Verwaltungsbehörde eine MPU verlangen kann. Der Antrag sollte 8 Wochen, bei MPU 3 Monate vor Ablauf der Sperrfrist gestellt werden. Lichtbild, Sehtest sowie eine Bescheinigung über Sofortmaßnahmen am Unfallort müssen dem Antrag beigelegt werden. Eventuell wird eine theoretische und praktische Fahrprüfung verlangt. Nach mehr als 2 Jahren ohne Führerschein ist ein erneutes besuchen einer Fahrschule und die Prüfungen Pflicht.

Führerscheinentzug: Wann MPU?

Wenn die Behörde ohne eine MPU die Entscheidung über ein Wiedererlangen der Fahrerlaubnis nicht treffen kann, ist dieses Gutachten Pflicht. Bei einer Nichteignung des Antragstellers ohne MPU, wird auf eine MPU sowie auf die Erteilung einer Fahrerlaubnis verzichtet. Wenn mehrfach gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen wurde sowie bei erstmals alkoholauffälligen Fahrern mit mehr als 1,6 Promille oder bei wiederholtem Fahren unter Alkoholeinfluß innerhalb von 10 Jahren wird eine MPU fällig. Sollte der erste Verstoß eine Ordnungswidrigkeit (max. 3 Monate Fahrverbot) gewesen sein, so wird dieser Eintrag in Flensburg gelöscht, sobald eine Lücke von mehr als 2 Jahren entsteht (Abstand Rechtsgültigkeit bis Tattag), während der kein neuer Punkt hinzukommt. Der Eintrag ist nach der Löschung nicht mehr verwertbar und eine MPU wegen einer wiederholten Alkoholfahrt gibt es nicht.

Führerscheinentzug: Was ist eine MPU?

Eine MPU besteht aus einer medizinischen und einer psychologischen Überprüfung, zu der u.a. das Ausfüllen von Fragebögen (max. ca. 150-250 Fragen zum Ankreuzen), Blutabnahme (z.B. Leberwerte), evtl. Urinprobe, Gleichgewichts- und Koordinierungstests, Hör- und Sehtest, Messung von Größe und Gewicht, Fahrschulfragen und Befragungen durch einen Psychologen gehören. Eine MPU kann zwischen 3 Stunden und 1 Tag dauern, kostet ca. 300-400 Euro und findet meist beim TÜV oder der DEKRA statt.

Führerscheinentzug - Hohe Durchfallquote MPU

Warum die hohe Durchfallquote ? Die Durchfallquote sollte bei ca. 50% liegen, zum Teil werden deutlich höhere Werte genannt. Fahrer, die mehrfach alkoholisiert erwischt wurden und - auch wenn sie sich das nicht eingestehen - Alkoholiker sind, sind die häufigsten MPU-Kandidaten. Laut einer Statistik wird nur jede 500ste Alkoholfahrt aktenkundig, was bedeutet die Leute aus diesem Personenkreis müssen dem Gutachter klarmachen, daß sie schon ein paar tausend Mal alkoholisiert gefahren sind, es jedoch nie wieder machen werden, weil sie jetzt trocken sind und erkannt haben, wie schlimm das frühere Verhalten war. Der Psychologe jedoch bezeichnet Aussagen wie "Ich werde bestimmt nie wieder alkoholisiert fahren" als zu plakativ und nicht ernst gemeint, dabei kann jede einzelne der vielen Untersuchungsabschnitte zum Nichtbestehen der MPU führen. Meist hat sich die MPU nach der Analyse der Leberwerte schon erledigt.

Führerscheinentzug - Vorbereitung MPU

Wie bereite ich mich auf eine MPU vor? MPU-Stellen bieten Beratungsgespräche an, welche ungefähr 55 bis 90 Euro kosten, aber vor allem bei Alkohol-MPUs zu empfehlen sind. MPU-Gutachten können bei der Jurathek eingesehen werden. Auch im MPU-Forum kann man sich sehr gut informieren. Sehr gute, jedoch teure MPU-Vorbereitungen gibt es z.B. bei der IVT-HÖ und der Impuls GmbH. Bei alkoholbedingtem Führerscheinverlust sollte man bei seinem Hausarzt die Leberwerte feststellen lassen (Blutuntersuchung). Ein Gamma-GT-Wert von über 28 (Männer) bzw. 16 (Frauen) ist zu hoch. Die verschiedene Ursachen sollten mit dem Hausarzt abgeklärt werden. Dieser Wert kann einen kurzfristigen regelmäßigen Alkoholkonsum anzeigen, nach ca. 4-6 Wochen Abstinenz sinkt er langsam. Der MCV-Wert ist ein typischer Langzeitwert. Liegt er bei über 97 (bzw. 93), weißt er auf einen regelmäßigen Alkoholkonsum hin. Mit einer langfristigen Kontrolle des MCV-Wertes (1x/Monat) könnte man bei der MPU seine Abstinenz beweisen. Spätestens bei Alkohol-Tätern ist die Teilnahme an einer Beratungs- oder Selbsthilfegruppe sehr zu empfehlen.

Führerscheinentzug - Was ist wichtig?

Was ist wichtig? Vorbereitungen auf die MPU sind sehr zu empfehlen. So wird bei der MPU verlangt, daß man sich ernsthaft, ausführlich und selbstkritisch mit den Problemen, also mit dem Alkoholkonsum oder dem eigenen Fahrverhalten auseinandergesetzt hat und sich deshalb in Zukunft besser verhält. Sollte man wegen Alkohol am Steuer zu einer MPU müssen, muß man sich Gedanken darüber gemacht haben, warum man getrunken hat (Problembewältigung/Gewohnheitstrinken).